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Liebe Freunde, liebe Kunden,

 

sie ist in aller Munde, die sogenannte „Gesichtsmaske“ als unverzichtbare Ausrüstung für den Alltag in Zeiten von Corona. Diese Bezeichnung klingt zumindest geheimnisvoller als der medizinisch verordnete „Mund-und-Nasen-Schutz“. Ob Slipknot, Gwar, The Residents, Kiss, Pussy Riot oder Daft Punk, ihnen allen ist die, oft kunstvoll gestaltete, Maske gleichzeitig Ausdruck von Kreativität und Provokation – oder sie dient schlicht der Verhüllung ihrer Identität, wie bei den legendären Residents. Auch das französische Elektro-Pop-Duo Daft Punk bleibt trotz seiner Hits unsichtbar. Doch kennt man zumindest die Namen der Musiker, aber über das Privatleben der DJs Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo ist nur wenig bekannt. Die Mitglieder der Band Kiss waren populärster Vorreiter der Maskierung.

Auf dem Foto zu sehen sind hinter einer dicken schwarzweißen Make-Up-Schicht Bassist Gene Simmons und Sänger Paul Stanley. Die Trashpunkband Bonaparte aus Berlin ist für ihre schrille Performance auf der Bühne bekannt, wozu Masken aus der gesamten Tierwelt (und Superheldenkostüme) gehören. Ursprünglich bedeckte auch der Rüpelrapper Sido mit metallener Totenkopfmaske sein Gesicht, bevor er sein Image als perfekter Schwiegersohn entdeckte und zum braven Familienvater avancierte. Marsimoto aus Berlin erinnert wiederum mit seiner Maske ein wenig an Robin, den treuen Begleiter des Superhelden Batman. Der derzeit erfolgreiche Rapper Cro lässt selbst bei Preisverleihungen seine „originelle“ Pandamaske auf. Das Versteckspiel gelang ihm zumindest bis Ende vergangenen Jahres, als dann doch ein Foto ohne Maske im Internet auftauchte. Mit ihren gruseligen Kostümen gewann die finnische Rockbank Lordi 2006 den Eurovision Song Contest. Das nennt man erfolgreich funktionierende Aufmerksamkeitsökonomie. Der Schweizer DJ Mike Candys steht bei Auftritten mit einem großen gelben Smilie-Kopf hinter den Turntables. Die Maske gibt es bislang nicht zu kaufen, Fans können den Smilie-Kopf aber mithilfe einer Anleitung auf YouTube nachbasteln Pussy Riot brachten auch die buntgestrickten Bankräubermasken nichts: Die russische Polizei kam den Musikerinnen trotzdem auf die Schliche, nachdem diese in einer Kirche eine Performance gegen die Politik Putins inszeniert hatten. Micky Maus war gestern: So ist der unter dem Namen „deadmau5“ auftretende kanadische DJ Joel Zimmerman bei der Entgegennahme eines Preises in Toronto zu sehen. Anders die Band Gorillaz, die sich aus vier fiktiven Comic-Charakteren zusammensetzt, wobei die Musiker dahinter ständig wechseln. Bei ihren seltenen Bühnenshows stehen die Trickfilme mit den Comicfiguren auf der Leinwand im Mittelpunkt. Masken zeigen sich jedenfalls erstaunlich vielseitig einsetzbar.

 
…welche Funktion die Maskierung in unseren Empfehlungen haben können, im Folgenden:
 
EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN – alles in allem

EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN
alles in allem LP/CD

Berlins finest are back! Endlich! Nach über zwölf Jahren wieder ein Studioalbum. Und was für eines. No na, Blixa würde uns doch nicht verarschen, oder? Vierzig Jahre Klangexperimente, und das Forschungsteam Blixa Bargeld, N.U. Unruh, Alexander Hacke, Jochen Arbeit und Rudi Moser hat alle Werkzeuge in der Hand. Es gibt keine herkömmliche Kategorie, keine Schublade für die Band, und wozu auch? Für das Konventionelle haben sich genug andere Bands bereit erklärt. Die Neubauten gehen ihren Weg und das mit bekannter Konsequenz. Oder wie es im neuen Song „Zivilisatorisches Missgeschick“ skandiert wird: „We don’t live here anymore“.

EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN - alles in allem
EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN - ten grand goldie
DAMIEN JURADO – what’s new, tomboy?

DAMIEN JURADO
what’s new, tomboy? LP/CD

Auf Damien Jurados fünfzehntem Studioalbum „Whatʼs New, Tomboy?“ steht die eindringliche Lyrik des Singer-Songwriters wieder mal im Vordergrund. Durch minimale Produktion und Instrumentierung können die Texte in Jurados warmen Vokaltönen gewaschen werden. Das Album fühlt sich intim an, als würde man spät in der Nacht durch jemandes Fenster schauen. Vignetten über Beziehungen, Engagement und Verlust werden wie ein Geheimnis zart und leise geliefert. Die Namen der Leute machen den größten Teil der Titel des neuen Albums aus und verleihen den Songs ein entwaffnendes Gefühl der Persönlichkeit. Auf „Fool Maria“, einem von Fingern gepflückten Juwel, singt Jurado: „Aber du bist kein Dummkopf, Maria. / Mit halbmondförmigen Halbmond-Augenlidern, die wie ein Vorhang eintauchen / die blutende Tinte auf Papier / Ruhig wie ein Flugzeug, bevor es auf den Berg trifft“. Dies sind keine universell anwendbaren Gedichte, sondern als Spezifität gedacht. „Ochoa“ ist ein intimer, ärgerlicher Beichtstuhl; über Kopfhörer hat man das Gefühl, als befände sich Jurado im selben Raum. Der herausragende Track „Arthur Aware“ ist optimistischer, aber die wogenden Drums sind wieder im Mix, die sanfte Gitarre im Vordergrund, die Texte wunderbar poetisch: „Ich halte alle meine früheren Reflexionen in Gläsern vom Korridor fern. / Und wenn es mir langweilig wird, mich selbst anzusehen, / tausche ich das Grau gegen den Schatten eines anderen.“ „Whatʼs New, Tomboy?“ ist ein spärliches Angebot mit zehn Titeln, und man wünscht sich, es wäre länger. Es ist eine schöne Sache, um sich zu verwöhnen. Vielleicht ist es seine flüchtige Natur, die das Album so besonders macht.

DAMIEN JURADO - ochoa
DAMIEN JURADO - birds tricked into the trees
DAMIEN JURADO - live @ kampnagel, hamburg 20.02.2014
LONNIE SMITH – all in my mind

LONNIE SMITH
all in my mind LP/CD

Ein Ass der B-3 Hammond-Orgel, Dr. Lonnie Smith, ist zurück auf Blue Note Records. Diesmal mit „All In My Mind“, einer Live-Platte, auf der Covers wie auch Originale mit der gleichen Hingabe angegangen werden. Begleitet wird Smith auf dieser groovigen Reise von dem Gitarristen Jonathan Kreisberg und dem Schlagzeuger Johnathan Blake, deren außergewöhnliche Musikalität schon auf der letztjährigen LP „Evolution“ zu hören war. Somit bleibt das Trio gut im Groove verankert, nur diesmal mit weniger Gästen. Die ganze Leidenschaft von Wayne Shorters „JuJu“ bleibt in dieser absolut bewegenden Version erhalten. Die modale Übung pocht mit einem schnellen 3/4-Tempo und funkelt mit einer wundersamen, von Hall durchtränkten Gitarrenimprovisation von Kreisberg, der sich um die Melodie dreht und gelegentlich rhythmische Krämpfe und atemberaubende Muster in die klare Phrasierung einbringt, die sein Spiel stets charakterisiert. Smith und Blake folgen ihm mit Soli, die an der Helligkeit beteiligt sind. Elegant atmosphärisch bietet das alte Original „Devika“ ein poliertes Stück Jazz-Funk in blauen Tönen. Die mit dieser Nummer identifizierte Entspannung steht im Kontrast zu Paul Simons Pophit „50 Ways To Leave Your Lover“, dessen lebhafter Geist ihn sofort zugänglich macht. Das Lied beginnt mit den farbenfrohen Presserollen von Gast Joe Dyson, die das Tempo bestimmen, während die Melodie zwischen dem Gitarristen und dem Organisten geteilt wird. Am Ende, nach der Orgelexplosion des Bandleaders, haben wir Vibrato-Gitarrenbeugungen und die erstaunlichen Marschkünste, die der Schlagzeuger entwickelt hat. Das geschickt gebürstete Trommeln von Blake setzt Tadd Damerons Ballade „On a Misty Night“ in Bewegung, aber mit Smiths nie aufgenommenem Original „Alhambra“ tritt sein brennend heißer Stil in den Vordergrund. Das in der spanischen Musik verwurzelte Stück zeigt eine reichhaltige Klangpalette mit Horn- und Holzbläseremulationen, gemischt mit ungeheuren Synth-Akkorden, Elektronik und halbakustischer Gitarre. Sein Fluss ist eine Einladung, neue Orte und neue Klänge zu entdecken, und alles gipfelt in einem Fusionscocktail, der von einem coolen Latin-Samba-Rhythmus gewürzt wird. Der Titeltrack, ein weiterer Klassiker von Smith, zeigt die Gastsängerin Alicia Olatuja im Duett mit dem Bandleader, während Freddie Hubbards „Up Jumped Spring“ von 1962 die Session in einem Art böhmischen Hardbop abschließt. Die von Don Was bewährt produzierte Aufnahme gibt jede kleinste musikalische Bewegung in aller Klarheit wieder, wobei der emblematische Dr. Lonnie Smith hörbar großen Spaß an den treibenden Klängen der Orgel-Gitarre-Schlagzeug-Sitzung hat.

LONNIE SMITH – juju (live)
LONNIE SMITH – 50 ways to leave your lover (live)
REVEREND BIZARRE – II: crush the insects

REVEREND BIZARRE
II: crush the insects 2 lps/CD

Bisher ist bekannt, dass Reverend Bizarre jedes Mal, wenn sie ein neues Album veröffentlichen, gleichzeitig das Evangelium des Untergangs predigen und natürlich die Regel „Doom What Thou Wilt“ mit ihrer ganzen Existenz unterstützen! Im Jahr 2005 wurde eine weitere Doom-Metal-Apokalypse vor unseren Augen wahr unter dem Namen „II: Crush The Insects“, einem weiteren, äußerst inspirierten Album mit hörbarer Black Sabbath-Reverenz. Wenn „Harbinger Of Metal“ ein extrem langsames, äußerst schweres und dunkles traditionelles Doom-Metal-Album war, so ist „II: Crush The Insects“ bis zu einem gewissen Grad das Gegenteil, da Reverend Bizarre ihre Wut entfesselt mit ultra-groovigen Gitarrenriffs, die einen schweren Sound erzeugen und dabei der ultimativen Regel „Langsam soll das ganze Gesetz sein“ vielfach Tribut zollen. Die Rhythmussektion kreiert Klangwände mit ihrer imposanten und geschickten Spielweise und Magister Albert Witchfinder, der mit seiner epischen und gleichzeitig eindrucksvollen Stimme die Leichentücher verbrennt und einer der charismatischsten Sänger der Szene ist. „Doom Over The World“ besteht aus einer Hymne an Doom Metal und kündigt die bevorstehende Herrschaft von Doom auf dem Planeten Erde an. Das Album fließt auf die gleiche groovige und betrunkene Weise dahin mit großartigen Songs wie „The Devil Rides Out“ und „Cromwell“. Natürlich konnten sie ihre extrem langsamen Tage nicht vergessen und bieten uns ein äußerst langsames, schweres Stück mit dem Namen „Slave Of Satan“ an, in dem Witchfinder mit seiner fabelhaften und lebendigen Interpretation die Grenzen des Wahnsinns erreicht. Dazu gesellen sich die fromme Hymne „Eternal Forest“ oder das Mitternachtstreiben auf „Fucking Wizard“. Abgesehen davon beabsichtigt Reverend Bizarre, ihre Fans mit Songs wie „Council Of Ten“ und „By This Axe I Rule!“ zu ,täuschen‘! Sie scheinen hier langsam zu fließen, aber wenn sie fließent, drehen sie sich immer schneller, und am Ende feiert die Band eine Art Black Sabbath! Ja, Reverend Bizarre sind eine Doom-Metal-Band, und das ist es, was sie all die Jahre tun, um ihr Schicksal für die Welt freizusetzen, und glaubt mir, sie tun es auf die am besten geeignete Weise! Ein Muss für alle Doom-Metal-Fans!

REVEREND BIZARRE - doom over the world
REVEREND BIZARRE - the devil rides out
MARK LANEGAN – straight songs of sorrow

MARK LANEGAN
straight songs of sorrow 2 lps/CD

Der Albumtitel trifft die Sache richtig, aber wie hätte sich das Ganze sonst für einen Songwriter herausstellen können, dessen erste 25 Jahre in einer erbärmlichen Dysfunktion versunken waren? „Straight Songs of Sorrow“ erscheint ungefähr zur gleichen Zeit wie seine Memoiren „Sing Backwards and Weep“ (veröffentlicht von White Rabbit Books) und bildet dazu nicht nur eine Ergänzung, sondern eine Reihe von Songs, die von erschreckenden Details aus Mark Lanegans frühem Leben inspiriert sind. Wenn es sich bei dem Buch um eine uneingeschränkte Serie von Vignetten handelt, die einem die Zähne auf den Kopf stellen und fragen lassen, wie er diese Jahre der exzessiv gestalteten Selbstzerstörung überhaupt überstanden hat, ist das Album eine weichere, aber nicht weniger nervenaufreibende Option. Emotional ausgefranst und wild mögen die Tracks auf „Straight Songs of Sorrow“ klingen, aber sie bergen genauso viel Schönheit in sich. Im Laufe der Jahre und insbesondere in seiner Soloarbeit hat sich Lanegans Stimme zu einem eigenen Instrument entwickelt (die Pressemitteilung vergleicht sie mit „asphaltiertem Linctus für die Seele“), weshalb die Musik hier mit dem Vermächtnis überlagert ist: dem der Erfahrung.

MARK LANEGAN - skeleton key
MARK LANEGAN - I wouldn't want to say
TODAY IS THE DAY‎ – no good to anyone

TODAY IS THE DAY ‎
no good to anyone LP/CD

Steve Austin verkörpert schlechthin die Definition des Wortes „getrieben“. Als Sänger, Gitarrist und Mastermind von Today Is The Day musste sich Austin dreißig Jahre lang mit Obdachlosigkeit, Verlassenheit und der sich ständig ändernden, launischen Natur des Musikgeschäfts herumschlagen. Auf diese Weise hat er so erstaunliche Alben wie „In The Eyes Of God“, „Willpower“ und „Temple Of The Morning Star“ geschaffen und ist damit zu einem der liebenswertesten und beständigsten Helden des Underground-Noise-Rock und Metals geworden. „Aushalten“ als Existenz ist im Falle Austins eine leichte Untertreibung. In den letzten Jahren hatte er einen schweren Autounfall, dazu kamen noch ein massives, falsch diagnostiziertes Entzündungsproblem und eine Lyme-Borreliose. Doch Wut und Schmerz über die Anhäufung all der tragischen Geschehnisse kommen in manchen der Songs auf „No Good to Anyone“ nicht so richtig zum Ausdruck. Bei „Mercy“ lautet eine Zeile etwas unbestimmt: „Wer glaubst du, bist du / du machst mich verrückt?“ Und während „Orland“ und „Rockets & Dreams“, bei denen Austins Sohn Keyboards spielt, einem noch einen emotionalen Schlag versetzen, hätte „Agate“ problemlos an das Ende des vorhergehenden Tracks „Cocobolo“ angeheftet werden können. Aber selbst mit diesen Beschwerden werden Fans von Today Is The Day kein Problem damit haben, sich auf Austins Botschaften und Themen einzulassen, und so wir wollen auch nicht leugnen, dass letztlich Aufrichtigkeit und Leidenschaft die Platte doch noch auszeichnen und zu einem seiner besten Werke gehört. https://www.youtube.com/watch?v=1QPJP2_DHGw&list=OLAK5uy_mgzvk0dsWlCAiG80DiyEaD7gRH2VnjUMw

TODAY IS THE DAY‎ – son of man
TODAY IS THE DAY‎ – callie

…und das gefällt uns auch noch:

MUNEHIRO NARITA – live performance san francisco LP
SCOTT MATTHEW – adorned LP/CD
SLEAFORD MODS – all that glue 2LPS/CD
SLY STONE – sly before family stone LP
VIBRAVOID – the decomposition of noise 2LPS/CD
REVEREND BIZARRE – in the rectory of the bizarre reverend 2LPS
REVEREND BIZARRE – iii: so long suckers 4LPS
TODAY IS THE DAY – animal mother LP
CIRITH UNGOL – forever black LP

 
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